ZfdA 132 (2003), S. 546f.

Mittelalter-Philologie im Internet

18. Beitrag: Die Nibelungen-Handschrift C im Netz

von Ute Obhof und Brigitte Knödler-Kagoshima

Die Handschrift C des 'Nibelungenliedes' und der 'Klage' fand im Jahre 2001 unter der Signatur Codex Donaueschingen 63 eine neue Heimat in der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe. Die berühmte Handschrift war mit Mitteln der Landesbank Baden-Württemberg, der Kulturstiftung der Länder, der Bundesregierung und der Freifrau Christina von Laßberg erworben worden. Seitdem ist sie zu wissenschaftlichen Zwecken unter optimalen konservatorischen Rahmenbedingungen einsehbar. Um jedoch auch der breiten Öffentlichkeit einen Zugang zu ermöglichen, wurde der Kodex vollständig digitalisiert. Während der Vorbereitungszeit der Ausstellung "Uns ist in alten Maeren ... Das Nibelungenlied und seine Welt"(1) wurde die Handschrift ins Internet gestellt. Der kostenfreie Zugang zur digitalen Handschrift erfolgt über die Web-Adresse der Badischen Landesbibliothek (http://www.blb-karlsruhe.de). Die WWW-Seiten der Nibelungen-Handschrift wurden, wie alle anderen WWW-Seiten der Badischen Landesbibliothek, mit dem HTML-Editor Dreamweaver MX erstellt.

Bildquelle: Die Farbabbildungen der einzelnen Seiten der Handschrift werden in jeweils drei Varianten zur Verfügung gestellt. Ein Bild im JPG-Format mit einer Größe von circa 9 KByte ist in die Web-Seiten integriert. Durch Anklicken erhält man eine Abbildung im JPG-Format mit einer Größe von circa 80 KByte. Möglich ist auch eine Darstellung im PDF-Format mit circa 160 KByte. Um die PDF-Version lesen zu können, wird das kostenlos erhältliche Programm Adobe Acrobat Reader benötigt.
Lesehilfe: Beim 'Nibelungenlied' wurde als Lese- und Suchhilfe unter den Farbabbildungen der Seiten die vorläufige Internet-Edition(2) von HERMANN REICHERT bereitgestellt (vgl. dazu http://www.univie.ac.at/Germanistik/texte/germ_text.htm).(3)
Navigation: Jeweils zwei gegenüberliegende Seiten der Handschrift werden mit den dazugehörigen Farbabbildungen und der Lesehilfe (beim 'Nibelungenlied') auf einer HTML-Seite dargestellt. Über einen Index können die HTML-Seiten mit den einzelnen Seiten der Handschrift und den Aventiuren aufgerufen werden. Sowohl im Index als auch bei den einzelnen Seiten der Handschrift sind die Strophen des 'Nibelungenliedes' und die Reimpaarverse der 'Klage' zur Orientierung aufgeführt. Graphie und Strophenzählung des 'Nibelungenliedes' im Index folgen der Edition von U. HENNIG(4), Graphie und Verszählung der 'Klage' der Edition von J. BUMKE(5). Ein Vor- und Rückwärtsblättern in der digitalen Handschrift ist über Buttons möglich.
Tondokument und Übersetzung: Ein Tondokument - der Beginn der ersten Aventiure - ist der digitalen Handschrift als Beispiel für eine gesprochene mittelhochdeutsche Fassung beigegeben: Die Strophen 1-11 wurden gelesen von LOTHAR VOETZ. Für den gleichen Aventiuren-Ausschnitt kann eine Übertragung ins Neuhochdeutsche von LOTHAR VOETZ aufgerufen werden.

Die Präsentation der Handschrift im Netz ist als vorläufiges Produkt zu sehen, das künftig ergänzt, verbessert und aktualisiert werden soll.

Dr. Ute Obhof und Brigitte Knödler-Kagoshima, Badische Landesbibliothek, Erbprinzenstraße 15, D-76137 Karlsruhe
E-Mail: obhof@blb-karlsruhe.de und knoedler@blb-karlsruhe.de

Anmerkungen:

  1. Gemeinsame Ausstellung der Badischen Landesbibliothek und des Badischen Landesmuseums im Schloß Karlsruhe vom 13.12.2003 - 14.3.2004.
  2. Wir danken Herrn Professor Dr. Hermann Reichert für die Erlaubnis, die vorläufige Version nutzen zu dürfen, die bereits digital und öffentlich zur Verfügung stand. Da wir die Handschrift rechtzeitig zur Ausstellung ins Netz stellen wollten, konnte seine korrigierte Fassung noch nicht berücksichtigt werden.
  3. Diese Internet-Edition wurde auch in der Bibliotheca Augustana verwendet: http://www.fh-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronologie/12Jh/Nibelungen/nib_intr.html
  4. Das Nibelungenlied nach der Handschrift C, hg. von U. HENNIG (ATB 83), Tübingen 1977.
  5. Die 'Nibelungenklage'. Synoptische Ausgabe aller vier Fassungen, hg. von J. BUMKE, Berlin/New York 1999.
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