ZfdA 145 (2016), S. 139f.

Mittelalter-Philologie im Internet

43. Beitrag: Dokumentierende Rekonstruktion der Bibliothek des Nürnberger Katharinenklosters

von Antje Willing

Die Bibliothek des Dominikanerinnenklosters St. Katharina zu Nürnberg ist eine der größten deutschsprachigen Bibliotheken des 15. Jh.s. Von ihren rund 730 nachgewiesenen Bänden sind heute etwa zwei Drittel erhalten, darunter der mittelalterliche Bibliothekskatalog, ein Inventar privater Bücher der Schwestern und zwei Lektiokataloge.(1) Die ausnehmend gute Überlieferungslage ermöglicht die weitgehende Rekonstruktion nicht nur der Klosterbibliothek selbst, sondern auch ihrer Entstehung und ihrer Nutzung im klösterlichen Alltag. Sie liegt nun mit der Datenbank 'Dokumentierende Rekonstruktion der Bibliothek des Nürnberger Katharinenklosters' in digitaler Form vor, die in den Jahren 2005-2011 mit finanzieller Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft unter der Leitung und Mitarbeit von Hartmut Kugler und Antje Willing in Erlangen, später in Jena aufgebaut wurde.

Ausgehend von den aus dem Kloster erhaltenen mittelalterlichen Bücherverzeichnissen und den heutigen Handschriftenbeschreibungen, vereinigt die Datenbank zu jeder im Kloster vorhandenen Schrift alle verfügbaren Informationen: die Nennung bzw. Bezeichnung der Schrift im mittelalterlichen Bibliothekskatalog, im Inventar der privaten Bücher und in den verschiedenen Lektiokatalogen des Klosters, kodikologische Informationen zu Provenienz, Schreiber, Datierung der Codices etc., die neuzeitliche Identifizierung der Schrift (Verfasser, Incipit und Explicit) sowie vorliegende Editionen und wissenschaftliche Literatur (bis 2010).

Jeder Datensatz umfasst die Informationen zu einer bestimmten, in der Bibliothek des Katharinenklosters vorhandenen Schrift/Text. In der Peripherie der eigentlichen Datenbank steht (mit freundlicher Genehmigung des Beck Verlages) der Text der Rufschen Edition der mittelalterlichen Bücherverzeichnisse des Klosters zur Verfügung. Dadurch kann in jedem Datensatz in den Text der Rufschen Edition gewechselt und der Kontext der im Datensatz erfassten Schrift eingeblendet werden. Zudem sind über die einzelnen Datensätze jeweils die online verfügbaren Handschriftenbeschreibungen und Digitalisate aufrufbar. Ebenfalls konnten über die Homepage der Datenbank mit Genehmigung der Autoren drei ältere unpublizierte Forschungsarbeiten online zur Verfügung gestellt werden, die über den Bibliotheksleihverkehr nicht zu beziehen sind.

Die Datenbank ist unter folgender Adresse erreichbar

http://db-st-katharina.vmguest.uni-jena.de/home/?page=home

und komplettiert die bereits 2012 erschienene gedruckte Synopse der mittel­alterlichen Bücherverzeichnisse des Klosters.(2)

Dr. Antje Willing, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Institut für Germanistische Literatur­wissenschaft, Fürstengraben 18, D–07743 Jena
E-Mail: antje.willing@uni-jena.de

Anmerkungen:

  1. Ediert von Paul Ruf in: ders., Bistum Bamberg (Mittelalterliche Bibliothekskataloge Deutschlands und der Schweiz III,3), München 1939 (Nachdruck München 1961), S. 570-670.
  2. Die Bibliothek des Klosters St. Katharina zu Nürnberg. Synoptische Darstellung der Bücherverzeichnisse, hg. von Antje Willing, 2 Bde., Berlin 2012.
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